Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren ohne Wachstum in den Jahren 2022-2023 begann 2024 eine Erholung der Branche, wobei der weltweite Umsatz um +5 % stieg, angetrieben durch eine Entspannung der Energiepreise und eine Stabilisierung der geopolitischen Spannungen in der Ukraine. Das verbesserte Verbrauchervertrauen führte zu einer neuen Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern, die durch die weltweit nachlassende Inflation und die damit verbundene stärkere Kaufkraft gestützt wurde.
In den wichtigsten Industrieländern, insbesondere in Europa, verfügen die Haushalte aufgrund der während der Energiekrise angesammelten hohen Ersparnisse über eine starke Kaufkraft (die Sparquote in der EU erreichte im ersten Quartal 2025 15 %). Wir gehen davon aus, dass sich die Erholung 2025/2026 fortsetzen wird, da die Verbraucherpreise in Europa weiter sinken, was zum Teil auf den Export deflationärer Spannungen aus China zurückzuführen ist, und sinkende Zinsen den Zugang zu Krediten für Haushalte erleichtern dürften. Dies wird auch dazu beitragen, die Immobilienaktivitäten zu stützen, was für den Sektor von Bedeutung ist, da eine geringe Fluktuation bei Wohnimmobilien in der Regel mit einer geringen Nachfrage nach neuen Geräten einhergeht.
Die jüngste Entwicklung der neuen Generation von Haushaltsgeräten, die neue Konnektivität und generative KI-Technologie integrieren, ist ein weiterer positiver Katalysator, der die Nachfrage ankurbeln dürfte, da neue Funktionen das Interesse der Haushalte wecken dürften. Um dieses Interesse jedoch in Massenkonsum umzuwandeln, müssen die Haushalte nicht nur von den dauerhaften Vorteilen der KI-Technologie überzeugt werden, sondern auch von der Sicherheit ihrer persönlichen Daten. Daher erwarten wir eine allmähliche Ausbreitung der positiven Auswirkungen des „Konnektivitätsbooms”.
Ein stärkeres Wachstum könnte sich um 2030 und danach materialisieren (bzw. 2026-2028 CAGR von +4 % für Haushaltsgeräte und +3 % für Unterhaltungselektronik). Ein hoher innovationsgetriebener Preisaufschlag und die längere Lebensdauer dieser neuen Gerätegeneration könnten ebenfalls das Umsatzwachstum dämpfen. Während Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte besser positioniert sind, um von der höheren Konnektivität in der Weltwirtschaft zu profitieren, ist Möbel das Segment mit dem stärkeren Wachstumspotenzial (CAGR von +7 % im Zeitraum 2026–2028), da es sich in einer Phase der Erholung befindet und kurzfristig ein stärkeres Wachstumspotenzial aufgrund einer wahrscheinlichen Belebung des Immobilienmarktes aufweist.
Zu den Risiken für die Erholung zählen jedoch die Verschlechterung des Handelsumfelds aufgrund des neuen US-Zollregimes und die wiederauflebenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die möglicherweise zu Störungen einiger Lieferketten führen könnten, die sich überwiegend in Asien befinden, insbesondere für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik. Eine höhere Volatilität der Preise für Rohstoffe, Energie, Transport oder Containerschiffe könnte die Einzelhandelspreise für Haushaltsgeräte in die Höhe treiben und ganz allgemein die Kaufbereitschaft der Haushalte beeinträchtigen.
Trotz eines erheblichen Umsatzrückgangs in den Jahren 2022-2023 konnten die Haushaltsgerätehersteller den Schaden begrenzen und ihre Gewinnmargen bei etwa 6 % stabilisieren, gegenüber durchschnittlich 7-8 % während der Covid-19-Pandemie und der Erholungsphase danach. Dies ist ein gutes Zeichen, das ein effizientes Kostenmanagement, aber auch die starke Widerstandsfähigkeit der Branche gegenüber widrigen Umständen unterstreicht. Während es 2024 keine wesentliche Margenverbesserung gab, erwarten wir für 2025 eine moderate Erholung, die die Dynamik in den Jahren 2026–2028 aufrechterhalten könnte, sofern keine wirtschaftlichen oder geopolitischen Risiken eintreten, die die weltweite Nachfrage beeinträchtigen oder die internationalen Lieferketten stören.