Wenn extreme Wetterereignisse zuschlagen, reichen die Schäden weit über das unmittelbare Katastrophengebiet hinaus. Ein Beispiel sind die Waldbrände von 2025 in Los Angeles, Kalifornien (USA): Für die 1.479 in den betroffenen Gebieten tätigen Unternehmen unterbrachen die Flammen auch wichtige Lieferketten und lösten damit eine Kettenreaktion wirtschaftlicher Störungen über das Brandgebiet hinaus aus.
Von Überschwemmungen, die den Schiffsverkehr und damit verbundene Branchen lahmlegen, bis hin zu veränderten Handelsmustern, die durch das Streben der Unternehmen nach Wettbewerbsfähigkeit entstehen – die Auswirkungen der Klimakrise sind in allen Geschäftsbereichen zu spüren.
Als Reaktion auf diese entscheidenden Ereignisse arbeitet Allianz Trade mit jungen Forschenden zusammen, um die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und globalem Handel aufzuzeigen und sich auf die Zukunft vorzubereiten.
Wie sich Klimastörungen auf die Geschäftsstrategie auswirken
Überschwemmungen, Dürren und andere extreme Wetterereignisse beeinträchtigen den globalen Handel zunehmend. So verursachten tropische Wirbelstürme im Jahr 2023 weltweit 117 Tage an Hafenausfällen. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass klimabedingte Verluste an Sachanlagen bis 2035 zu einem Rückgang der Gewinne um durchschnittlich 7 % führen werden. Selbst für Branchen, die nicht direkt von extremen Wetterereignissen betroffen zu sein scheinen, wie Hightech oder Biowissenschaften, werden Lieferkettenunterbrechungen, steigende Betriebskosten und klimabedingte Risiken für Infrastruktur und Logistik zu einer zunehmenden finanziellen Belastung führen.
Insbesondere Übergangsrisiken – die Herausforderungen, denen Unternehmen gegenüberstehen, wenn Branchen aufgrund strengerer Klimapolitik auf kohlenstoffarme Modelle umstellen – verändern ganze Sektoren. In der Automobilindustrie beispielsweise ist die wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen eine direkte Folge des zunehmenden regulatorischen und marktwirtschaftlichen Drucks zur Dekarbonisierung. Mit steigender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen werden traditionelle Lieferketten, die von fossilen Brennstoffe abhängig sind, komplett neu ausgerichtet. Allein der Markt für Elektrofahrzeuge im asiatisch-pazifischen Raum wird bis 2025 voraussichtlich einen Umsatz von 407 Milliarden US-Dollar erreichen, was massive Auswirkungen auf alle Bereiche haben wird – von der Batterieherstellung bis zum Aufbau der Ladeinfrastruktur.
Als Reaktion auf diese Entwicklungen überdenken Unternehmen ihre Strategien. Viele verlagern ihre Produktion näher an den Endabnehmermarkt, in dem die Waren geliefert werden – eine Taktik, die als Nearshoring bekannt ist – um ihre CO2-Emissionen und ihre Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Risiken zu reduzieren.
Um diese komplexen Dynamiken zu verstehen, reicht eine traditionelle Marktanalyse nicht aus. Es sind neue Perspektiven und innovative Methoden erforderlich, mit denen sich neue Herausforderungen vorhersagen lassen, anstatt nur auf sie zu reagieren. Aus diesem Grund sind akademische Partnerschaften für zukunftsorientierte Unternehmen von entscheidender Bedeutung.
Eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie schaffen
2017 wurde der Allianz Climate Risk Award (ACRA) als erste Initiative dieser Art ins Leben gerufen. Der ACRA lädt engagierte Doktorand:innen und Postdoktorand:innen dazu ein, ihre Erkenntnisse darüber zu präsentieren, wie durch den Klimawandel verstärkt auftretende extreme Wetterereignisse Risiken verursachen – und innovative, technologiebasierte Lösungen aufzuzeigen.
In diesem Jahr beteiligt sich Allianz Trade erstmals an einer spannenden neuen ACRA-Kategorie, die sich speziell mit dem Zusammenhang zwischen Klimawandel und globalem Handel befasst. Bewerber:innen sind eingeladen, bis 31. August 2025 Forschungsarbeiten zu allen Themen einzureichen, die von Biodiversitätsverlust bis zu kohlenstoffbedingten Veränderungen der globalen Handelsrouten reichen.
Erkenntnisse in Maßnahmen umsetzen
Der Beitritt zum ACRA ist eine natürliche Erweiterung unserer umfassender Nachhaltigkeitsstrategie und unserer aktualisierter Nachhaltigkeits-Roadmap. Zudem ist er eine wertvolle Gelegenheit, neue Perspektiven kennenzulernen, unsere eigene Marktforschung zu erweitern und unser Verständnis der Klimakrise zu vertiefen.
In diesem ersten Jahr der Beteiligung an ACRA sind wir neugierig und gespannt auf Forschungsprojekte, die uns Aufschluss darüber geben, wie die Wissenschaft klimabezogene Wetterereignisse im Zusammenhang mit dem globalen Handel prognostiziert.
Der ACRA spielt eine wichtige Rolle dabei, brillante Köpfe aus der Wissenschaft zu würdigen. Mehrere ehemalige Teilnehmende sind inzwischen in der Allianz Group tätig und stärken damit unsere Forschungskapazitäten und unsere Verbindungen zu Nachhaltigkeitsgemeinschaften. Wir sehen bereits den Einfluss ihrer Arbeit in den Underwriting-Strategien, Resilienz- und Anpassungslösungen der Allianz, in der breiteren Wirtschaftsforschung und in inspirierenden Diskussionen über die Entwicklung politischer Maßnahmen.
Eine Investition in das Verständnis für den Weg in die Zukunft
Unser Engagement für den Allianz Climate Risk Award wird unsere Expertise im Bereich neu auftretender Klimarisiken stärken und uns in die Lage versetzen, Unternehmen weltweit angesichts der heutigen Klimarealitäten noch besser zu unterstützen. Wir integrieren die Perspektiven junger Akademiker:innen in die praktische Expertise unserer Teams und in unsere fundierten Markt- und Wirtschaftsanalysen und werden dadurch noch besser in der Lage sein, Unternehmen weltweit dabei zu helfen, mit Zuversicht zu wachsen.
Erfahren Sie hier mehr über den Allianz Climate Risk Award und über den Einreichungsprozess: https://www.allianz.com/en/sustainability/sustainability-hub/sustainability-at-allianz/climate-change/climate-risk-research-award.html