Der weltweite Bausektor erreichte 2024 ein Gesamtvolumen von rund 14,7 Billionen US-Dollar und wird 2025 voraussichtlich auf 15,6 Billionen US-Dollar anwachsen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von etwa +3 bis 6 % im Nominalwert. In realen Zahlen bleibt die Branche jedoch nahezu unverändert: Die Bauproduktion wird 2025 um etwa -2 % zurückgehen, bevor sie 2026 wieder zu wachsen beginnt. Der leichte Rückgang spiegelt erhebliche Gegenwinde in bestimmten Märkten (insbesondere China) wider, die teilweise durch das Wachstum in anderen Regionen ausgeglichen werden. Bemerkenswert ist, dass der Infrastrukturbau mittlerweile etwa ein Drittel aller Bautätigkeiten ausmacht und weltweit das am schnellsten wachsende Segment bleibt.
Der Wohnungsbau war in letzter Zeit das schwächste Segment. Aufgrund des anhaltenden Abschwungs auf dem Wohnungsmarkt in China und einigen westlichen Märkten wird für 2025 ein Rückgang des weltweiten Wohnungsbaus um etwa 4 % erwartet. Außerhalb Chinas stabilisieren sich einige Wohnungsmärkte (so könnte beispielsweise der europäische Wohnungssektor nach einem tiefen Einbruch im Jahr 2025 eine leichte Erholung erleben). Auch der Nichtwohnungsbau (einschließlich Gewerbeimmobilien, Büros, Einzelhandel, Industrieanlagen und institutionelle Projekte) steht unter Druck – weltweit wird für 2025 ein Rückgang des Nichtwohnungsbaus um 5 % prognostiziert. Hohe Büro-Leerstände (in einer Zeit nach Covid/Homeoffice) und höhere Finanzierungskosten für Bauträger tragen zu einer Verlangsamung neuer Gewerbeimmobilienprojekte bei.
Im Gegensatz dazu ist die zivile Infrastruktur ein Lichtblick: Für 2025 wird ein Wachstum der globalen Infrastruktur-/Tiefbauarbeiten von rund +3 % prognostiziert. Dieses Wachstum wird durch einen starken Anstieg der staatlichen Investitionen in Verkehr, Stromnetze, Wasserversorgung und andere öffentliche Bauvorhaben angetrieben – ein Trend, der sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellenländern zu beobachten ist. Groß angelegte nationale Programme (von den US-amerikanischen Autobahn- und Clean-Energy-Fonds bis hin zu den indischen Eisenbahn- und Autobahninitiativen) untermauern diesen Infrastrukturboom.
Regional gesehen bleiben die USA einer der größten und dynamischsten Baumärkte. Im Jahr 2024 wurde die Bautätigkeit in den USA durch öffentliche und industrielle Projekte angekurbelt – Bundesinitiativen lösten eine Welle von Infrastrukturmodernisierungen und neuen Produktionsstätten (z. B. EV-Batterie- und Chipfabriken) aus –, obwohl hohe Hypothekenzinsen den Wohnungsbau abkühlten. Im Gegensatz dazu befindet sich Europa in einer leichten Rezession im Bausektor. Niedrigere Zinsen und eine bessere Erschwinglichkeit dürften den Sektor in der Region jedoch in den Jahren 2025-2026 stützen. Der Nahe Osten erlebt unterdessen einen Bauboom – dank hoher Öleinnahmen investieren die Golfstaaten massiv in Megaprojekte und Stadtentwicklung. In Asien ist die Lage gemischt. China hat die Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt noch nicht ganz überwunden. Die Gesamtbauleistung Chinas dürfte bis 2025 weiterhin schleppend bleiben, könnte aber 2026 die Talsohle erreichen. Indien und andere aufstrebende asiatische Volkswirtschaften bauen ihre Bautätigkeit rasch aus, angetrieben durch öffentliche und private Investitionen.
Die Nettogewinnmargen in der Bauindustrie lagen 2024 tendenziell im niedrigen einstelligen Bereich. Dies steht in starkem Kontrast zu vielen anderen Branchen, spiegelt jedoch den stark wettbewerbsorientierten, projektbasierten Charakter des Bauauftragswesens wider. Wohnbauunternehmen (Wohnungsbauentwickler) erzielen in der Regel operative Margen von 10 bis 12 % und starke Kapitalrenditen von rund 21 %. Unternehmen, die Baumaterialien und Bauprodukte liefern, liegen dazwischen, mit Margen oft im niedrigen zweistelligen Bereich. Trotz geringer Margen können Bauunternehmen aufgrund des hohen Kapitalumschlags angemessene Eigenkapitalrenditen erzielen. Branchenweit wird für die nahe Zukunft ein moderates Umsatzwachstum und eine nur leichte Verbesserung der Gewinnmargen in einem schwierigen Umfeld erwartet.