Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

China: Den Tiger 2022 auf stärkere Beine stellen

  • Die chinesische Wirtschaft erlebt einen schwierigen Start in das Jahr 2022, der durch den erneuten Ausbruch der Covid-19-Pandemie verursacht wird. Selbst wenn sich das gesundheitliche Umfeld entspannt, dürfte der private Verbrauch 2022 unter dem Trendniveau vor der Pandemie bleiben (-2,8 % oder -170 Mrd. USD).
  • In Zukunft dürfte die schwächelnde Binnenkonjunktur durch weitere Zinssenkungen, öffentliche Investitionen in die Infrastruktur (ca. 3 % des BIP 2022e) und eine vorübergehende Lockerung der Regulierung gestützt werden. Die außenwirtschaftliche Seite dürfte vor dem Hintergrund der leichten Abwertung des CNY, der regionalen Handelsintegration und der anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China robust bleiben.
  • All dies dürfte die chinesische Wirtschaft in H2 2022 auf eine solidere Grundlage stellen. Darüber hinaus könnte das Erreichen des "gemeinsamen Wohlstands" ein unbeständiges mittelfristiges Wachstumsmuster bedeuten, je nachdem, wie die Politik umgesetzt und kommuniziert wird.

14. Februar 2022 – Die anhaltende Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft verdeutlicht das Tauziehen der Behörden zwischen kurzfristigem Wachstum und langfristiger wirtschaftlicher Prosperität. Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2020 hat China das Ziel bekräftigt, durch "dualen Kreislauf" und "gemeinsamen Wohlstand" langfristig ein nachhaltigeres Wachstumsmodell zu schaffen. Die daraus resultierende strenge Regulierung hatte jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2021 negative Auswirkungen auf das Vertrauen des Privatsektors und die Binnennachfrage. Kurzfristig scheint die "gemeinsame" Anstrengung den "Wohlstand" zu gefährden, und der "Inlandsumlauf" steht unter Druck, während der "internationale Umlauf" der Lichtblick ist – die Umkehrung der Strategie des "Parallelumlaufs".

Hinzu kommt, dass die Wirtschaft vor einem holprigen Start ins Jahr 2022 steht, und zwar aufgrund der strikten Null-Covid-Strategie, die bei erneuten Covid-19-Ausbrüchen angewandt wird, sowie aufgrund vorübergehender Faktoren wie Fabrikschließungen vor dem chinesischen Neujahrsfest und der Einführung mehrerer Produktionsbeschränkungen zur Reduzierung der Luftverschmutzung während der Olympischen Winterspiele. Die Daten für Januar zeigen, dass sich das Wachstum der Wirtschaftstätigkeit abgeschwächt hat: Fast alle wichtigen Indizes der PMI-Erhebungen waren rückläufig, was darauf hindeutet, dass das verarbeitende Gewerbe, der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe von einer Mischung aus gesundheitlichen und saisonalen Faktoren betroffen waren.

Selbst wenn sich die Covid-19-Situation entspannt, werden die Inlandsnachfrage und insbesondere der private Verbrauch in diesem Jahr wahrscheinlich volatil bleiben und unter dem Trendniveau vor der Pandemie liegen – nach unseren Schätzungen um -2,8 % oder -RMB1090 Mrd. (-USD170 Mrd.). Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Ausgaben der privaten Haushalte in diesem Jahr mit anderem Gegenwind zu kämpfen haben: Wir schätzen, dass die Sparquote der privaten Haushalte im zweiten Quartal 2021 bereits wieder das Niveau von vor dem Kovid erreicht hat. Darüber hinaus könnte das sich abschwächende makroökonomische Umfeld das Einkommenswachstum der Haushalte gefährden. Obwohl die Arbeitslosenquote in China immer noch auf dem Niveau vor der Pandemie liegt, ist sie im Dezember 2021 zum zweiten Mal in Folge gestiegen.