30.11.2022 - Zusammenfassung

  • ESG ist der Trend bei Investitionen, da ein immer größerer Teil der Portfolios sowohl von Einzelsparern als auch großen Institutionen auf nachhaltige Strategien ausgerichtet ist. ESG wird sich in den nächsten Jahren zum wichtigsten Markttreiber entwickeln, da die ESG-Vermögenswerte bis 2026 jährlich um fast 13 % auf 34 Mrd. USD steigen werden, während der Gesamtmarkt nur um 4,3 % wächst.
  • Der ESG-Boom hat jedoch heftige Kritik ausgelöst an potenziellen Interessenkonflikten, der finanziellen Leistung und vor allem der Messbarkeit angesichts der begrenzten Menge an verfügbaren Daten. Während die ersten beiden Punkte übertrieben erscheinen –das Lösen von Kompromissen ist das Wesen des Managements, und nicht-finanzielle Faktoren werden auf lange Sicht finanziell relevant – ist das Problem der Informationsverfügbarkeit ein berechtigtes. Aber die Situation wird sich sicherlich deutlich verbessern, nicht zuletzt angesichts der Flut neuer Offenlegungspflichten.
  • Während es zunehmend möglich ist, die Fortschritte beim "E" ("Environment") in ESG zu bewerten, ist die Situation für das "S" ("Social") und das "G" ("Governance"), wie in der neuen Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) gefordert, schwieriger. Die Bewertung der Auswirkungen erfordert nicht nur eine Kenntnis des Ist-Zustandes, sondern auch die notwendigen sozialen Übergangspfade, die mit der CSRD in Einklang stehen. Wir stellen einen neuen Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderung vor, indem wir die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verwenden. Die Entwicklung von der begrenzten Fokussierung auf den Klimawandel hin zur Einbeziehung von Übergangszielen für alle 17 SDGs liefert letztendlich ein vollständiges ESG-Bild und ebnet den Weg für einen gerechten Übergang.