Gewinnmargen der Unternehmen haben ihren Höhepunkt überschritten

09.06.2023 - Zusammenfassung

  • Die Gewinnmargen der Unternehmen in der Eurozone erreichen Ende 2022 40,8 % der Bruttowertschöpfung (+0,6 Prozentpunkte über dem langfristigen Durchschnitt). Doch der Teufel steckt im Detail. Italien und Spanien scheinen im Vergleich zu Deutschland und Frankreich besser aufgestellt zu sein, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Sieht man jedoch von Sektoren mit starker Preissetzungsmacht ab (z. B. Transportdienstleistungen und Energie), sind die Margen deutlich niedriger und erreichen in Frankreich im ersten Quartal 2023 den niedrigsten Stand seit Mitte der 1980er Jahre.

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  • Bei den Verbraucherdienstleistungen liegen die Margen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt vor der Pandemie, wobei Frankreich am schlechtesten dasteht (28 % gegenüber 37 % in der EU und 45 % in Italien). Trotz der robusten Nachfrage nach Dienstleistungen sehen sich die Unternehmen mit einem harten Wettbewerb, raschen Lohnerhöhungen und einem negativen Produktivitätswachstum (seit der Pandemie) konfrontiert, so dass sie ihre Verkaufspreise nur in begrenztem Maße über die Inputkosten hinaus anheben können.
  • Die deutschen Unternehmen scheinen in Bezug auf die Rentabilität in der Landwirtschaft und im Baugewerbe am besten abzuschneiden. Insbesondere die Bauunternehmen haben den allgemeinen Aufwärtstrend bei den Preisen genutzt, um ihre Gewinne deutlich auf 53 % der Bruttowertschöpfung zu steigern - selbst im Vergleich zu anderen großen europäischen Volkswirtschaften (z. B. 36 % in Frankreich).
  • Die Unternehmensgewinne dürften angesichts des starken Lohndrucks und der nachlassenden Preissetzungsmacht (und sogar deflationärer Kräfte bei Metallen und Chemikalien) ihren Höhepunkt überschritten haben. Während die Erzeugerpreise aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise, der Normalisierung der Lieferketten und der wachsenden Deflationsängste in China stark zurückgehen, wird das Lohnwachstum mindestens bis Anfang nächsten Jahres hoch bleiben, was dazu beitragen wird, die Gewinnspannen der Unternehmen zu drücken. Eine Ausnahme bildet der Dienstleistungssektor, wo sich der Rückgang der Dienstleistungspreisinflation verzögern wird.

Ludovic Subran

Allianz SE

Maxime Darmet

Allianz Trade

Roberta Fortes

Allianz Trade

Andreas Jobst

Allianz SE

Jasmin Gröschl

Allianz SE

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