Bis zu 30% der Beschäftigten in diesem Sektor sind von Entlassungen bedroht. Die Fluggesellschaften hatten keine andere Wahl, als dringende Maßnahmen zu ergreifen, um Geldabflüsse kurzfristig einzudämmen, einschließlich Startverbot für Flugzeuge, zeitweilige Beurlaubungen und Verschiebung der Rückerstattung von Tickets für stornierte Flüge. Trotz dieser Schritte sowie massiver staatlicher Unterstützung in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar lassen sich zusätzliche Umstrukturierungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 nicht vermeiden. In den USA beispielsweise kommt es nach dem 1. Oktober zu einem tiefgreifenden Stellenabbau, da die staatliche Rettungsaktion für die Luftfahrtindustrie bis September rund zwei Drittel der Gesamtarbeitskosten abdeckt. Bis zu einem Drittel der Arbeitsplätze in der Branche - etwa 750.000 Piloten, Flugbegleiter, Gepäckabfertiger, Mechaniker und andere - könnten verschwinden.
Gleichzeitig werden die Folgen der Pandemie Auswirkungen haben auf das Angebot. Die Covid-19-Krise ist ein schwerer Schlag für die privaten Billigfluglinien, die auf volle Flüge angewiesen sind. Trotz anhaltender finanzieller Erleichterungen vieler Regierungen dürften die bereits angeschlagenen Akteure im Luftverkehr, insbesondere die hochverschuldeten wie die in China, darunter leiden. Infolgedessen erwarten wir nach den jüngsten Insolvenzen der Fluggesellschaften Virgin Australia, Avianca und Latam in den nächsten zwei Jahren weitere Konkurse unter den Fluggesellschaften.