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Staatsanleihen der Schwellenländer: Turbulente Zeiten vor uns?

 

  • Die Verschärfung der Finanzpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und die Verlangsamung des Handelswachstums haben zu ungünstigeren Bedingungen für die Schwellenländer geführt, die durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Rohstoffpreise noch verstärkt wurden. Während die Kapitalbilanz der Schwellenländer oft entscheidend von der geldpolitischen Ausrichtung der USA beeinflusst wird, ist ihre Leistungsbilanz aufgrund ihrer vorgelagerten Einbindung in die globalen Lieferketten sehr stark von der Nachfrage aus China abhängig.
  • Eine Wiederholung von Staatsschuldenkrisen wie in den 1980er und 1990er Jahren scheint unwahrscheinlich. Allerdings sind mehrere (große) Schwellenländer sehr anfällig für eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen geworden, darunter die Schwellenländer Europas (Ungarn, Rumänien und die Türkei) und Afrikas (Ägypten, Kenia und Tunesien) sowie Lateinamerikas (Argentinien und Chile), wenn auch in geringerem Maße.
  • Unter den Ausgangsbedingungen erwarten wir eine breit angelegte, aber begrenzte Spanne. In lokaler Währung sind die Divergenzen zwischen den Ländern ebenso heterogen wie der Inflationsdruck. Die Renditen in Landeswährung werden 2022 erhöht bleiben und sich 2023 allmählich umkehren, wenn der Gegenwind nachzulassen beginnt. Sollte unser negatives Szenario eintreten, erwarten wir, dass die Eskalation des Krieges in der Ukraine eine globale Rezession mit deutlich höherer Inflation auslösen wird. Ein solches Szenario würde zu einer Verschlechterung der Fundamentaldaten der Schwellenländer und zu allgemeinen Kapitalabflüssen führen, was eine erhebliche Ausweitung der Spreads in Hartwährung und einen starken Anstieg der Renditen in lokaler Währung zur Folge hätte.