17. Juni 2026 – Zusammenfassung
Südeuropa hat im vergangenen Jahrzehnt einen beeindruckenden Aufschwung erlebt, der umfassender und nachhaltiger war, als viele erwartet hatten. Spanien, Portugal und Griechenland liegen etwa 11 % über dem Produktionsniveau vor der Pandemie, während Deutschland seit vier Jahren in Folge stagniert. Die Spreads der Staatsanleihen, die während der Schuldenkrise einen Höchststand von über 250 Basispunkten erreicht hatten, sind auf rund 70 gesunken. Die südlichen Bankensysteme, einst das Epizentrum des Fragmentierungsrisikos in der Eurozone, haben ihre Bereinigung notleidender Kredite weitgehend abgeschlossen (es sind nun die deutschen und französischen Banken, die unter zunehmendem Druck hinsichtlich der Vermögensqualität stehen). Dies ist kein konjunktureller Ausrutscher, sondern spiegelt einen verdienten Wandel wider, der durch Arbeitsmarktreformen, Haushaltskonsolidierung und den Investitionsimpuls der NGEU – dem größten koordinierten öffentlichen Investitionsprogramm, das die Eurozone je auf den Weg gebracht hat – erreicht wurde. Spaniens Ausbau der erneuerbaren Energien – die mittlerweile mehr als die Hälfte des Stroms liefern – hat eine weitere Dimension hinzugefügt: einen industriellen Energiekostenvorteil, der vor 2021 nicht existierte und im Norden seinesgleichen sucht. Die Trendwende ist real, spiegelt sich jedoch zunehmend in den Marktpreisen wider.