Wie geht es Deutschlands wichtigsten Handelspartnern?

02.02.2024

Der neue Country Risk Atlas von Allianz Trade analysiert und bewertet die Handelsrisiken in 84 Ländern weltweit – darunter auch die der aktuell wichtigsten deuschen Handelspartner China, USA, Frankreich, Niederlande, UK, Polen, Belgien, Italien, Schweiz und Österreich sowie natürlich auch von Deutschland selbst.

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Die zusammengefassten Bewertungen dieser elf Länder finden Sie hier in alphabetischer Reihenfolge. Weitere Details sowie Informationen zu allen anderen Ländern finden Sie im kompletten Country Risk Atlas von Allianz Trade (in englischer Sprache).

Bei den meisten der wichtigsten deutschen Handelspartnern sehen die Analysten von Allianz Trade aktuell nur ein niedriges Risiko (Belgien, China, Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA); lediglich bei Italien, Polen und im Vereinigten Königreich sehen sie ein mittleres Risiko. Deutschland selbst wird ebenfalls mit einem niedrigen Risiko bewertet.

Die Länderbewertungen im Einzelnen (in alphabetischer Reihenfolge):

Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Wachstum wird sich weiter abschwächen, bevor es 2025 wieder anzieht

Stärken:

  • Widerstandsfähige Wirtschaft durch Pandemie und Energiekrise
  • Solider Arbeitsmarkt und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Der private Verbrauch wurde weiterhin durch staatliche Maßnahmen und geschützte Löhne gestützt
  • Finanzsektor erweist sich als widerstandsfähig, Bankensektor verbessert Rentabilität und Kapitalausstattung

Schwächen:

  • Hohe Staatsschuldenquote, keine nennenswerten Konsolidierungsanstrengungen nach massiver Unterstützung in Krisenzeiten
  • Verarbeitendes Gewerbe leidet nach starker Leistung in den Jahren 2021-22 (in Verbindung mit der Pharmaindustrie)
  • Automatische Lohnindexierung kann eine Lohn-Preis-Spirale befürchten lassen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen
  • Exportorientiertes Land, das unter einem schwachen Nachfrageumfeld leidet
  • Die politische Zersplitterung hält an
Rating: B1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Gegenwind beim Wachstum und komplexe geopolitische Verhältnisse

Stärken:

  • Großer Inlandsmarkt
  • Verbesserung der makroprudenziellen Verwaltung
  • Die außenwirtschaftliche Position und die Haushaltslage (in geringerem Maße) sind relativ solide
  • Schlüsselposition in globalen Wertschöpfungsketten
  • Neue Wachstumschancen, da das Land in der globalen Wertschöpfungskette aufsteigt und sich der Dienstleistungssektor entwickelt

Schwächen:

  • Hohe Unternehmensverschuldung, steigende Verschuldung der privaten Haushalte und der lokalen Gebietskörperschaften
  • Starke Beteiligung des öffentlichen Sektors an der Wirtschaft mit gelegentlichen politisch bedingten Störungen
  • Anhaltende geopolitische Spannungen mit wichtigen Ländern der Region und den USA
  • Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der traditionellen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes (mit geringerer Wertschöpfung)
  • Überalterung der Bevölkerung
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Konjunkturelle und strukturelle Herausforderungen belasten die Wachstumsaussichten

Stärken:

  • Solide Staatsfinanzen
  • Starke industrielle Basis
  • Niedrige strukturelle Arbeitslosigkeit
  • Gut diversifizierter Exportsektor (Produkte und Handelspartner)
  • Geringes systemisches politisches Risiko
     

Schwächen:

  • Alterung der Bevölkerung und Fachkräftemangel
  • Abhängigkeit von den Ausfuhren
  • Hohe Energiepreise
  • Dominanz des Automobilsektors
  • Gedämpfte mittelfristige Wachstumsaussichten aufgrund der schwachen Investitionen
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Konjunktureller Gegenwind, strukturelle Herausforderungen

Stärken:

  • Hochwertige Infrastruktur (z.B. Verkehr)
  • Zahlreiche internationale Unternehmensriesen und eine wachsende Präsenz von Technologie-Start-ups ("French Tech")
  • Diversifizierte Wirtschaft
  • Zahlreiche Kernkraftwerke, die das Land weniger anfällig für Energieengpässe machen
  • Qualifizierte Ingenieure und stark exportorientierte Dienstleistungen
     

Schwächen:

  • Niedrige Beschäftigungsquote bei Jugendlichen und Senioren
  • Abschwächung des Produktivitätswachstums
  • Wachsende Ungleichheiten trotz kostspieliger Umverteilung
  • Mangel an großen KMU, die die versunkenen Kosten im Zusammenhang mit Innovation und Export tragen können
  • Mietbasierte Wirtschaft (z.B. Einzelhandel, Taxis)
  • Erhöhtes Niveau der öffentlichen Ausgaben und fragwürdige Effizienz
Rating: A2 (Mittleres Risiko für Unternehmen)
Fazit: Der Aufschwung nach der Pandemie hat sich verlangsamt

Stärken:

  • Widerstandsfähiger privater Verbrauch trotz hoher Inflation und sinkender Reallöhne
  • Arbeitsmarkt verbessert sich weiter und die Beschäftigung erreicht ein Rekordhoch
  • Großer Appetit auf italienische Staatsanleihen, unterstützt durch die jüngsten Maßnahmen der Rating-Agenturen
  • Die Investitionen haben sich verlangsamt, werden aber durch die Durchführung von NGEU-Projekten unterstützt
  • Rückläufige Inflation verschafft etwas Spielraum
  • Italienische Banken haben ihre Bilanzen bereinigt und eine stärkere Kapitalposition aufgebaut

Schwächen:

  • Haushaltskonsolidierung im Blickpunkt
  • Starke Bürokratie, die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit behindert
  • Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und künftige demografische Herausforderungen
  • Effiziente und rechtzeitige Zuweisung von EU-Mitteln steht auf dem Prüfstand
  • Strukturelle Reformen in vielen Bereichen erforderlich
  • Die Verflechtung zwischen Staat und Bank hat sich verringert, ist aber nicht verschwunden
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Rückkehr zu positivem Wachstum, aber Aktivität wird unter dem Trend bleiben

Stärken:

  • Solide wirtschaftliche Fundamentaldaten, Wachstum wird sich allmählich erholen (immer noch deutlich über dem Niveau vor der Pandemie)
  • Arbeitsmarkt bleibt angespannt, niedrige Arbeitslosenquote und viele offene Stellen
  • Offene Wirtschaft, gekennzeichnet durch einen hohen Lebensstandard
  • Gut ausgebaute Infrastrukturen
     

Schwächen:

  • Politische Zersplitterung und lange Verhandlungen zur Bildung der Regierungskoalition
  • Die Wohnungskrise muss angegangen werden
  • Sehr dringender grüner Übergang, insbesondere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen
  • Die Besorgnis über die Lebenshaltungskostenkrise ist nicht verschwunden
  • Auswirkungen der geldpolitischen Straffung auf die Finanzsektoren müssen genau beobachtet werden
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Straffung der Finanzmärkte belastet kurz- und mittelfristige Wachstumsaussichten

Stärken:

  • Die österreichische Regierung hat rasch und umfassend auf die Pandemie und die Energiekrise reagiert, die Wirtschaft wirksam stabilisiert und Zweitrundeneffekte wie Arbeitslosigkeit und Insolvenzen abgefedert
  • Österreich verfügt über ein starkes Unternehmensumfeld, das sich durch die Qualität der Rechtsvorschriften und die Rechtsstaatlichkeit auszeichnet
  • Das Land profitiert von einem stetig wachsenden Leistungsbilanzüberschuss, der durch die relative Wettbewerbsfähigkeit und die Diversifizierung seiner Exportproduktpalette unterstützt wird.
     

Schwächen:

  • Die österreichische Wirtschaft hatte in den letzten Jahren mit Schwankungen zu kämpfen und erlebte im Jahr 2023 eine Rezession aufgrund von Faktoren wie eine straffere Finanzpolitik, eine schwache globale Nachfrage und einen hohen Inflationsdruck
  • Trotz anfänglicher Stabilisierungsbemühungen wirkt sich die derzeitige Finanzverknappung negativ auf die Wirtschaftsaussichten aus und führt zu steigender Arbeitslosigkeit
  • Das Engagement des österreichischen Bankensektors in den CESEE-Ländern stellt mittelfristig ein finanzielles Risiko dar. Außerdem ist die starke Exportabhängigkeit des Landes, insbesondere vonDeutschland und die osteuropäischen Volkswirtschaften tragen zur Anfälligkeit bei, was auf die Notwendigkeit einer Diversifizierung hinweist
Rating: BB2 (Mittleres Risiko für Unternehmen)
Fazit: Das Schlimmste ist vorbei, aber die Erholung wird mild sein

Stärken:

  • EU-Mitgliedschaft
  • Diversifizierte sektorale Außenhandelsstruktur
  • Robuste Inlandsnachfrage
  • Belastbare externe Finanzen
  • Solides wirtschaftliches Umfeld

Schwächen:

  • Langsame Fortschritte bei den Strukturreformen
  • Tendenz zu prozyklischen fiskalischen Impulsen
  • Nicht-diversifizierte regionale Außenhandelsstruktur
  • Hohe Auslandsverschuldung
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Solide wirtschaftliche Fundamentaldaten helfen, den Gegenwind des Wachstums abzufedern

Stärken:

  • Wettbewerbsfähige, einkommensstarke Wirtschaft
  • Solide politische Institutionen
  • Spezialisierung auf hochwertige Exporte, bei denen die Nachfrage relativ unempfindlich gegenüber Wechselkursschwankungen ist
  • Gesunde Staatsfinanzen
  • Starke externe Position
     

Schwächen:

  • Überbewerteter CHF aufgrund der Rolle als sicherer Hafen
  • Starke Abhängigkeit vom Finanz- und Exportsektor
  • Steigende Arbeitskosten und stagnierendes Produktivitätswachstum
  • Engagement des Finanzsektors bei Immobilienkrediten (rund 85 % der inländischen Vermögenswerte sind in Hypotheken konzentriert)
  • Ungünstige demografische Verhältnisse
Rating: AA2 (Mittleres Risiko für Unternehmen)
Fazit: Einer harten Landung trotzen

Stärken:

  • Hoher Handelsbilanzüberschuss bei Dienstleistungen
  • Gesunder Bankensektor
  • Diversifizierte Exportstruktur
  • Freundliches Geschäftsumfeld

Schwächen:

  • Sehr hohe Zwillingsdefizite
  • Geringere wirtschaftliche Attraktivität nach dem Brexit
  • Geringes Produktivitätswachstum
  • Langfristig abnehmendes Pro-Kopf-Einkommen
Rating: AA1 (Niedriges Risiko für Unternehmen)
Fazit: Sanfte Landung im Jahr 2024

Stärken:

  • Die größte Volkswirtschaft der Welt
  • Wirksame Kontrollen und Gegenkontrollen durch die Regierung
  • Hohes Pro-Kopf-BIP
  • Hohe Datentransparenz
  • Reservewährung
  • Große Öl- und Gasreserven
  • Vielfältiges BIP
  • Starkes zugrunde liegendes Produktivitätswachstum

Schwächen:

  • Zunehmende politische Polarisierung und Unvorhersehbarkeit der politischen Entscheidungen
  • Hohe Staatsverschuldung, die bald steigen wird, anhaltende Haushaltsdefizite
  • Soziale Zerrüttung
  • Zunehmender Arbeitskräftemangel als Hindernis für die Reindustrialisierungsbemühungen
     
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