08. April 2026 – Zusammenfassung
Der Nahostkonflikt und die Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus haben zu einer umfassenden Neubewertung der Zahlungsausfallrisiken geführt, wobei die Herabstufungen von Ländern die Heraufstufungen überwiegen. Wir haben das Zahlungsausfallrisiko für fünf Volkswirtschaften (Kuwait, Katar, Serbien, das Vereinigte Königreich und die VAE) herabgestuft und nur drei (Aserbaidschan, Costa Rica und Kasachstan) heraufgestuft. Die Herabstufungen sind entweder auf Erstwellen-Effekte wie höhere Inputpreise und zunehmende Versorgungsengpässe zurückzuführen, die die Rentabilität gefährden, oder einfach auf wachsende innenpolitische Schwachstellen wie die Haushaltslage des Vereinigten Königreichs. Volkswirtschaften mit einem dreifachen Defizit – Energie-, Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit – werden die Hauptlast der Zweitwellen-Effekte zu tragen haben, insbesondere die Ukraine, Jordanien, Pakistan, Kenia und Äthiopien, gefolgt von Ghana, Ägypten, Sri Lanka, der Türkei und Marokko. In Asien beobachten wir Indonesien, Thailand, die Philippinen und Taiwan genau. Auch Effekte der dritten Runde werden deutlicher sichtbar, da der Aufbau von Devisenreserven zurückgegangen ist und sich die angespannten Bedingungen bei der Auslandsfinanzierung allmählich in höheren Staatsrisikoprämien und steigenden Schuldendienstkosten niederschlagen, insbesondere in Ländern, die geografisch nahe am Konflikt liegen, sowie in solchen, in denen schwächere externe Puffer und politische Zwänge die Anfälligkeit verstärken (z. B. sind die Bruttoreserven der Türkei um 25 % gesunken).