Es gibt verschiedene Lösungen, um Ihr Unternehmen gegen das Risiko von Forderungsausfällen zu schützen und Ihr Kreditrisikomanagement zu unterstützen, aber es ist leicht, sich in den vielen verfügbaren Optionen zu verlieren. Was ist ein Akkreditiv? Was genau umfasst die Rechnungsfinanzierung oder das Factoring? Was sind die Vor- und Nachteile einer Warenkreditversicherung? Deswegen hier ein kleiner Leitfaden, mit dem Sie sich besser zurechtfinden!

Inhalt

  • Unternehmen können zwischen verschiedenen Lösungen wie Selbstversicherung, Kreditbriefen, Factoring, Rechnungsfinanzierung und Warenkreditversicherung wählen, um sich vor Forderungsausfällen zu schützen.
  • Selbstversicherung kann kostengünstig erscheinen, birgt jedoch hohe Risiken und versteckte Kosten.
  • Der Einsatz spezialisierter Kreditrisikomanagement-Unternehmen oder Versicherungslösungen bietet umfassenderen Schutz und Kosteneffizienz.
  • Eine Waren Warenkreditversicherung bietet umfassendenden Schutz vor Forderungsausfällen inklusive Finanzinformationsdienst und Inkassodienst und erlaubt Unternehmen, neue Märkte zu erschließen und wettbewerbsfähige Angebote zu unterbreiten, während der Cashflow gesichert wird.

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Wenn Sie Warenkredite anbieten, ist es notwendig, dass Sie eine wirksame Kreditrisikopolitik einrichten, um Ihr Unternehmen vor dem Risiko des Zahlungsausfalls zu schützen. 

Die erste Frage, die Sie sich stellen müssen, betrifft Ihre eigenen personellen und finanziellen Ressourcen: Verfügen Sie über das notwendige Fachwissen und die nötige Zeit, um Ihre Forderungen während des gesamten Kreditrisiko-Lebenszyklus zu verwalten?  

Für viele Unternehmen ist der Rückgriff auf ein spezialisiertes Kreditrisikounternehmen die sicherste und kostengünstigste Option.

Alleine im Vereinigten Königreich laufen KMUs einem Zahlungsverzug von schätzungsweise insgesamt 50 Milliarden Pfund nach, wobei im Durchschnitt fünf Rechnungen auf einmal für jedes Unternehmen ausstehen, was täglich eineinhalb Stunden Arbeit bedeutet (Quelle: Tide, Januar 2020).

Die Selbstversicherung besteht in der Bildung eigener finanzieller Reserven - auch "Forderungsausfallreserve" genannt - zur Deckung Ihrer Verluste im Falle eines Forderungausfalls, z.B. bei einer Kundeninsolvenz. Sie ist administrativ gesehen die einfachste Lösung und dem ersten Anschein nach die kostengünstigste.

Jedoch: Ihr Kreditrisiko könnte hier nicht größer sein, und der Schaden kann im Falle des Ausfalls eines Großauftrags erheblich sein. Darüber hinaus sind die versteckten Kosten erheblich: 

  • Sie müssen die Aufgaben des Kreditrisikomanagements selbst erledigen, was Sie oft zwingt, sich an Dritte zu wenden, die nicht immer zuverlässig sind, insbesondere was die Bewertung des Kreditrisikos betrifft.
  • Sie müssen die Inkassodienstleistungen selbst übernehmen, was einen hohen personellen und finanziellen Aufwand erfordert.
  • Sie binden Cash-Flow in Ihrer Bilanz und sind im Falle der Insolvenz eines Großkunden nicht geschützt.

In Großbritannien wurden vor der Covid-19-Krise durch verspätete Zahlungen jedes Jahr 50.000 Kleinunternehmen aus dem Geschäft gedrängt (Quelle: HM Treasury 2019).

Ein solcher Ansatz wird Sie vor allem daran hindern, eine ehrgeizige Geschäftspolitik zu betreiben, um Ihr Geschäft auszubauen - es sei denn, Sie sind bereit, das Risiko zu übernehmen.

Tipps zum Cash-Flow-Management finden Sie in unserem Ratgeber "So schützen Sie Ihren Cashflow".

Akkreditivdefinition: ein Versprechen der Bank Ihres Kunden, Sie zu bezahlen, wenn Sie die ordnungsgemäße Erfüllung Ihrer Verpflichtungen (Lieferung, Art und Qualität der gelieferten Waren oder Dienstleistungen, Papierkram...) bescheinigt haben. 

Es ist eine Sicherheit sowohl für Sie (den Verkäufer) als auch für Ihren Kunden (den Käufer), wobei das Risiko der Nichtzahlung auf die Bank übertragen wird. Es erlaubt Ihnen, mit der Gewissheit zu handeln, dass Sie für die von Ihnen gelieferten Waren bezahlt werden.

Diese Art von System ist im internationalen Handel weit verbreitet - und das schon seit dem Mittelalter! - wenn es schwierig ist, die Zuverlässigkeit des Kunden oder des Lieferanten zu beurteilen.

Dennoch ist ein solches System für den Kunden teuer und muss für jede Transaktion erneuert werden. Vor allem aber ist es eine verwaltungstechnisch aufwendige Lösung, die im Falle eines Reklamationsprozesses sogar mühsam ist, da sie durch geringfügige Unstimmigkeiten in den Papieren zum Scheitern verurteilt sein kann.

Beim Factoring wird eine dritte Partei, der so genannte "Factor", hinzugezogen, der die Forderung mit einem Rabatt kauft (normalerweise 70% bis 85% der Gesamtrechnung). Diese Verträge bieten häufig die Auslagerung von Rechnungsstellung und Inkassodienstleistungen an.

Dies ist die beste Lösung, um das Geld aus einem Verkauf so schnell wie möglich zurückzuerhalten, ohne Sicherheiten zu mobilisieren. Ihr Kreditrisiko wird dadurch auf ein Minimum reduziert.

Dennoch sind diese Verträge gebührenpflichtig (1 bis 4%) und decken nur einen Teil der Schulden ab. Darüber hinaus werden Sie von den Finanzinstituten, die Factoring anbieten, oft aufgefordert, alle Forderungen Ihrer Kunden einzubeziehen. 

Das bedeutet, dass Sie die Kontrolle über Ihre Kundenbeziehung verlieren: Jetzt ist es der Factoring-Dienstleister, der das Geld aus der Forderung selbst einzieht.  

Die Rechnungsfinanzierung ist eine Alternative, die dem Factoring nahekommt: Sie ermöglicht es Ihnen, den Rechnungsbetrag unter Verwendung Ihrer Handelsforderungen als Sicherheit zu leihen. Zusätzlich zu den Gebühren werden Zinsen fällig, die insgesamt bis zu 30% Zinsen pro Jahr ausmachen können.

In diesem Fall bleiben Sie für die Eintreibung der Forderung verantwortlich und müssen letztendlich den Vorschussbetrag zurückzahlen. Anders als beim Factoring weiß Ihr Kunde nicht, dass die Rechnungen diskontiert wurden.

Was ist eine Warenkreditversicherung? Einfach ausgedrückt, ist es eine Versicherung gegen Forderungsausfälle: Wenn Ihr Kunde nicht zahlt, entschädigt Sie Ihr Versicherer für den versicherten Betrag.

Dies ist die umfassendste Lösung: Sie beinhaltet gleichzeitig einen Finanzinformationsdienst über Ihre Kunden und Interessenten, einen Inkassodienst und eine Entschädigung im Falle der Nichtzahlung. So sparen Sie erhebliche Kosten ein.

Ihr Kreditrisikoversicherer ist in diesem Fall ein echter Partner, der Sie berät und Sie während Ihrer gesamten geschäftlichen Entwicklung begleitet. Lesen Sie unseren Artikel über die Suche nach dem richtigen Warenkreditversicherer.

Die Versicherungsprämie wird auf der Grundlage des Umsatzes Ihres Unternehmens und seines Tätigkeitsbereichs (Branche) sowie des Deckungsgrads berechnet, den Sie für jeden Kunden wünschen. Sobald diese Prämie bezahlt ist, ist Ihr Cashflow abgesichert.

Diese besondere Lösung gibt Ihnen die Sicherheit, neue Märkte zu erschließen und Ihren potentiellen Kunden wettbewerbsfähige Angebote zu unterbreiten und gleichzeitig Ihren Cashflow zu schützen.

Wenn es um das Management von Handelskrediten geht, hängt es von Ihren Bedürfnissen und den Umständen ab, die beste Lösung zu finden. Die Warenkreditversicherung ist jedoch nach wie vor die umfassendste und beruhigendste Lösung zur Unterstützung Ihres Kreditrisikomanagements und Ihrer geschäftlichen Entwicklung. Wenn Sie mehr wissen oder ein Angebot einholen möchten, kontaktieren Sie uns jederzeit gerne!

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