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Was ist ein Akkreditiv – und welche Alternativen gibt es?

Ein Akkreditiv dient als finanzielle Absicherung sowohl für Ihr Unternehmen als auch für Ihren Kunden, denn das Akkreditiv bedeutet, dass Zahlungen eingehalten werden. Das Akkreditiv ist jedoch kein Allheilmittel: Es gibt Vor- und Nachteile eines Akkreditivs, und es gibt andere Möglichkeiten – wie z. B. eine Warenkreditversicherung –, die für Ihr Unternehmen besser geeignet sein könnten.

Ein Akkreditiv ist ein Vertrag mit einer Bank, das garantiert, dass ein Käufer (z.B. Ihr Kunde) einen Verkäufer (Sie) pünktlich und in der richtigen Höhe bezahlen wird. Wenn der Käufer nicht zahlen kann, ist die ausstellende Bank verpflichtet, den gesamten oder verbleibenden Betrag des Kaufs zu decken. Beim Akkreditiv handelt es sich also um ein bedingtes, selbstschuldnerisches Zahlungsversprechen der Bank des Kunden an den Verkäufer.

Akkreditive werden häufig im internationalen Handel verwendet, wo Faktoren wie die geografische Entfernung, unterschiedliche Gesetze in den einzelnen Ländern und die Schwierigkeit, jede Partei persönlich zu kennen, die Risiken für Unternehmen vervielfachen.

Mit einem Akkreditiv können Sie sich darauf verlassen, dass Ihre Kunden in der Lage sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, da die durch ein Akkreditiv abgedeckte Rechnung bezahlt wird. Das ist eine Möglichkeit, Ihren Cashflow zu schützen und Sicherheit zu bieten, falls bei einer Transaktion etwas schiefgeht. Das Akkreditiv kann Teil Ihrer Kreditmanagementpolitik sein.

Am Akkreditivverfahren sind mindestens drei Parteien beteiligt: ein Käufer, ein Verkäufer und ein ausstellendes Finanzinstitut.

Für den Käufer ist es am besten, den Antrag bei der Bank zu stellen, mit der er geschäftlich zu tun hat und zu der er bereits eine Geschäftsbeziehung unterhält, anstatt sich an eine neue Bank zu wenden, vor allem, wenn das Unternehmen neu ist und noch nicht über eine etablierte Kredithistorie mit ausgezeichneten Scores verfügt.

Für das Akkreditivverfahren müssen sie die vollständige Dokumentation des betreffenden Vertrags sowie die erforderlichen Antragsformulare der Bank für die interne Bearbeitung vorlegen.

Wenn Ihr Kunde nach Abschluss der Transaktion nicht wie versprochen zahlt, müssen Sie der Bank, die das Akkreditiv ausgestellt hat, die entsprechenden Dokumente vorlegen. Und wie in der Akkreditivdefinition beschrieben, muss die Bank den fälligen Betrag auszahlen, wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Wenn Sie beispielsweise von Ihrem Kunden erfolgreich verlangt haben, im Rahmen einer Transaktion ein Akkreditiv zu beantragen, und Sie keine Zahlung erhalten, legen Sie der Bank den Nachweis vor, dass die Waren oder Dienstleistungen von Ihrem Kunden erhalten wurden. Die Bank bezahlt Sie dann gemäß den Bedingungen des Akkreditivs.

Banken erheben für die Ausstellung eines Akkreditivs eine Gebühr und verlangen in der Regel einen bestimmten Betrag (Bargeld oder Wertpapiere) als Sicherheit. Die Höhe des geforderten Betrags hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. von der Kreditwürdigkeit des Unternehmens, der Transaktionshistorie und dem Bekanntheitsgrad des Unternehmens. Risikoreiche Unternehmen müssen unter Umständen 100 Prozent des Kaufpreises aufbringen, um ein Akkreditiv zu sichern, während von etablierten Unternehmen mit ausgezeichneter Bonität nur ein Prozent des Gesamtumsatzes verlangt werden kann.

Wichtig ist auch, dass ein Akkreditiv in der Regel jeweils nur eine Transaktion abdeckt, was bedeutet, dass das Akkreditivverfahren ständig erneuert werden muss. Selbst wenn Ihr Kunde das Akkreditiv beauftragt, müssen Sie sicherstellen, dass alles in Ordnung ist, und dann darauf warten, dass die Bank eine Entscheidung trifft und das Akkreditiv ausstellt.

Die Kosten für ein Akkreditiv in Form von Zeit und Geld, die Ihr Unternehmen aufwenden muss, sind also ein Faktor, den Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie über Möglichkeiten zur Absicherung Ihrer Transaktionen nachdenken.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Akkreditiv? Das erläutern wir Im Folgenden:

Vorteile eines Akkreditivs:

  • Bietet sowohl dem Verkäufer als auch dem Käufer Sicherheit.
  • Die ausstellende Bank übernimmt die endgültige finanzielle Verantwortung des Käufers.
  • Die garantierte Zahlung ermöglicht es dem Verkäufer, den vollen Forderungswert des Geschäfts beim Kreditgeber zu beleihen.

Nachteile eines Akkreditivs:

  • Deckt in der Regel nur einzelne Transaktionen für einen einzigen Käufer ab, d. h. Sie benötigen für jede Transaktion ein neues Akkreditiv
  • Teuer, mühsam und zeitaufwendig in Bezug auf die absoluten Kosten, das Betriebskapital und die Nutzung der Kreditlinie.
  • Zusätzlicher Bedarf an Sicherheiten, um die Deckungsbedingungen der Bank für den Käufer zu erfüllen.
  • Langwieriges und mühsames Schadenersatzverfahren mit mehr Papierkram für den Verkäufer.

Eine weitere Lösung für Geschäfte mit Kreditbedingungen ist die Warenkreditversicherung . Sie wird auch als Debitorenversicherung bezeichnet und ist im Grunde eine "Forderungsausfallversicherung". Wenn Ihr Kunde nicht oder zu spät zahlt, entschädigt der Versicherer den versicherten Teil Ihrer Forderungen. Dies garantiert einen wirksamen Schutz Ihres Cashflows bei unvorhersehbaren Ereignissen und ist eine zuverlässige Art, dem Insolvenzrisiko eines Kunden zu begegnen.

Die Warenkreditversicherung ist eine dauerhafte Partnerschaft, nicht nur eine bankgestützte Transaktion. Sie deckt mehrere Transaktionen und mehrere Kunden ab, während ein Akkreditiv nur einzelne Transaktionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums abdeckt.

Eine Warenkreditversicherung bietet dabei eine ähnliche Zahlungsgarantie wie ein Akkreditiv, ist aber im Allgemeinen billiger als ein Akkreditiv. Eine Warenkreditversicherung kann sich oft selbst amortisieren: Sie können die Kosten für die Kreditversicherung in die Warenkosten einbeziehen. Eine Erhöhung der Produktkosten um nur 0,10 % kann ausreichen, um Ihre Kosten für die Warenkreditversicherung zu decken, während die Anschaffungskosten für den Kunden neutral bleiben.

Außerdem entlastet eine Warenkreditversicherung die Kunden und vereinfacht die Transaktionen. Sie sorgen für reibungslosere Geschäfte, anstatt den Kunden mit den zusätzlichen Kosten und Mühen einer Akkreditivbeschaffung zu belasten.

Mit einer Warenkreditversicherung haben Sie außerdem die Möglichkeit, günstigere Zahlungsbedingungen anzubieten (offene Bedingungen im Gegensatz zu den festen Bedingungen eines Akkreditivs), da Sie die Sicherheit im Rücken haben, dass der Versicherer im Falle eines Ausfalls die Zahlung bis zur versicherten Höhe übernimmt.

Und: Die Warenkreditversicherung verschafft Ihnen einen besseren Zugang zu Kapital, da Ihr Kreditgeber die Sicherheit hat, dass seine Forderungen gedeckt sind, was bei einem Akkreditiv nicht der Fall ist.

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