Mit Blick auf das Jahr 2026 verändert sich die Landschaft des internationalen Handels dramatisch. Unser Fahrplan enthält konkrete Maßnahmen, die Unternehmen dabei helfen, in den nächsten 12 Monaten weltweit zu expandieren.
Zusammenfassung
Das Wichtigste in Kürze
- Volatilität im Handel erfordert Agilität und Widerstandsfähigkeit: Um raschen Veränderungen bei Nachfrage, Zöllen und Währungsrisiken standzuhalten, müssen Exporteure agiler planen, ihre operative Effizienz steigern und flexible Lieferketten aufbauen.
- Diversifizierung ist nicht mehr optional: Rund ein Drittel der Unternehmen hat neue Export- und Beschaffungsmärkte erschlossen, fast zwei Drittel planen dies. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Exporteure ihre Lieferketten umgestalten und neue Handelsmöglichkeiten erschließen, um eine zu starke Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu vermeiden.
- Liquiditäts- und Finanzierungsstrategien stärken: Steigende Zahlungsausfallrisiken und längere Zahlungsfristen belasten den Cashflow. Exporteure müssen ihre Zahlungsbedingungen überdenken, Kreditversicherungen abschließen und ihre Finanzierungsquellen diversifizieren, um Stabilität zu gewährleisten.
April 2025 sogenannte „Reziproke Zölle“ an – eine Erhöhung der Zölle auf US-Importe und damit die Einführung weitreichender neuer Handelsbeschränkungen für Industrien und wichtige Handelspartner weltweit. Der 2. April, der als „Liberation Day“ bezeichnet wurde, markierte einen historischen Umbruch in der US-Handelspolitik – er hat den Handelsstreit zwischen den USA und China weiter angeheizt, Lieferketten unterbrochen und die internationalen Märkte erneut volatil gemacht. In den letzten Monaten gab es eine gewisse Entspannung, da die USA zurückgerudert sind und Vereinbarungen mit verschiedenen Ländern, darunter auch China, getroffen haben, aber die Zollsituation bleibt volatil.
Die aktuelle Allianz Trade Global Survey 2025 hat Erkenntnisse von rund 4.500 Unternehmen aus neun großen Volkswirtschaften zusammengetragen und die Auswirkungen des „Liberation Day“ auf die Aussichten für den internationalen Handel bewertet. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Das Vertrauen der Exporteure hat einen herben Schlag erlitten. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass weniger als die Hälfte der Unternehmen in den nächsten 12 Monaten ein positives Exportwachstum erwartet, gegenüber 80 % vor dem „Liberation Day”.
Inmitten dieser Turbulenzen gibt es jedoch auch Chancen. Während die USA die Regeln für den internationalen Handel neu schreiben, ergeben sich neue Möglichkeiten, und proaktive Unternehmen passen ihre Strategien an. Für Unternehmen, die sich diesen Herausforderungen stellen und die aktuellen Unsicherheiten erfolgreich meistern wollen, haben wir einen strategischen Fahrplan entwickelt. Wir zeigen wichtige Trends, Risiken und Bereiche auf, die es zu beobachten gilt, und liefern umsetzbare Maßnahmen, um im kommenden Jahr mit Widerstandsfähigkeit und gut vorbereitet global zu expandieren.
1. Überprüfen Sie Ihre Nachfrage
Laut der Allianz Global Trade Survey 2025 rechnen 42 % der Exporteure nun mit einem Umsatzrückgang zwischen -2 % und -10 % in den nächsten 12 Monaten. Vor dem „Liberation Day” erwarteten weniger als 5 % einen Umsatzrückgang. Dies ist eine drastische Veränderung, die durch die enormen US-Importzölle und die daraus resultierende Verschlechterung der Geschäftsstimmung unter den Exporteuren weltweit verursacht wurde.
In diesem rezessiven Umfeld können Unternehmen eine Neubewertung ihrer Umsatz- und Nachfrageprognosen in Betracht ziehen und konservativere Prognosen anstellen, insbesondere in Branchen, die am stärksten von den Schwankungen der US-Handelspolitik betroffen sind, wie beispielsweise Maschinenbau und Automobilindustrie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, können Unternehmen von agileren Planungsrahmen profitieren, die bewusst darauf ausgelegt sind, den Auswirkungen schnell wechselnder Nachfrage, Zölle und Währungsschwankungen standzuhalten, die zunehmend zur Norm werden.
2. Optimieren Sie Ihre Betriebsabläufe
Anpassungsfähigkeit in den Betriebsabläufen könnte im kommenden Jahr eine entscheidende Stärke sein, da steigende Zölle und Wechselkursschwankungen immer mehr Unternehmen dazu veranlassen, ihre Betriebsabläufe zu überdenken. Die Umfrage zeigt, dass 27 % der Unternehmen bereit sind, die Produktion vorübergehend einzustellen, da die Wechselkursschwankungen die Kosten der höheren Zölle verschärfen, während 32 % planen, Importe zu stoppen oder die Produktion im Ausland einzustellen.
Was die Investitionspläne der Unternehmen angeht, steht die Optimierung überall im Vordergrund, allerdings unterscheiden sich die Strategien je nach Region. In Deutschland beispielsweise legen 45 % der Unternehmen den Schwerpunkt auf die Steigerung der betrieblichen Effizienz durch Kostensenkungen. In China hingegen streben 77 % der Unternehmen eine Diversifizierung an, indem sie neue Geschäftsfelder erschließen und gezielte Investitionen in strategische Bereiche tätigen.
Um unter diesen Umständen erfolgreich zu sein, sollten Unternehmen regelmäßige Betriebsprüfungen durchführen, um Ineffizienzen aufzudecken und Möglichkeiten zur Kosteneinsparung zu identifizieren. Investitionen in Automatisierung könnten beispielsweise eine sinnvolle Strategie zur Rationalisierung bestimmter Prozesse sein, insbesondere in arbeitsintensiven Branchen wie der Fertigung. Gleichzeitig könnten Unternehmen Nearshoring praktizieren, um ihre Abhängigkeit von langen und anfälligen Lieferketten zu verringern und so ihre operative Effizienz zu steigern und gleichzeitig das Risiko zu senken.
3. Zahlungen und Finanzierung überdenken
Mit der zunehmenden Unsicherheit im globalen Handel wachsen auch die Herausforderungen für Unternehmen im Zahlungsverkehr. Die Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Exporteure derzeit mit verlängerten Zahlungsfristen konfrontiert ist, wobei die Zahlungsverzögerungen in der Hälfte der Fälle mehr als sieben Tage betragen. Größere Unternehmen verzeichnen längere Verzögerungen: 26 % der Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro haben Zahlungsfristen von mehr als 70 Tagen, gegenüber 18 % der Unternehmen insgesamt.
Angesichts geringerer Sicherheit und längerer Zahlungsziele nimmt die Finanzierung über Zahlungsbedingungen ab. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für alternative Methoden wie interne Cashflows oder Bankkredite. Die Umfrage zeigt, dass bereits vor dem „Liberation Day“ nur 14 % der Exporteure Zahlungsbedingungen als wichtigste Finanzierungsoption nannten, während Cashflows (21 %) und Bankkredite (18 %) die bevorzugten Methoden waren. Gleichzeitig steigen die Risiken von Zahlungsausfällen. Fast die Hälfte der Exporteure rechnet nun mit höheren Zahlungsausfallrisiken, wobei Unternehmen in den USA, Großbritannien und Italien besonders betroffen sind.
Unternehmen sollten Maßnahmen zum Schutz ihrer Liquidität in Betracht ziehen. Kurzfristig können Sie eine Neuverhandlung der Konditionen und Kreditversicherungen in Betracht ziehen, um Zahlungen zu sichern und Forderungen zu schützen. Langfristig können eine Verbesserung der Cashflow-Prognosen und eine Diversifizierung Ihrer Finanzierungsquellen Ihnen helfen, Zahlungsstörungen zu überstehen. In unsicheren Zeiten ist es entscheidend, flexibel und vorausschauend zu bleiben. Eine Warenkreditversicherung kann Ihnen helfen, Unvorhersehbarkeiten zu meistern, das Insolvenzrisiko zu senken und Wachstumschancen zu entdecken.
4. Stärken Sie die Widerstandsfähigkeit Ihrer Lieferkette
Die Zollsituation ändert sich ständig. Am auffälligsten ist der effektive Zollsatz der USA auf chinesische Importe von 39 %, der zwar gegenüber den unglaublichen 103 % vor dem Abschluss eines bilateralen Abkommens Mitte Mai 2025 gesunken ist, aber immer noch um 26 Prozentpunkte höher liegt als vor Trumps zweiter Amtszeit.
Infolgedessen leiten Unternehmen internationale Lieferungen aktiv um und „frontladen“ Importe, um die Kosten zu kontrollieren. Die Umfrage ergab, dass 79 % der US-Unternehmen bereits vor Inkrafttreten der „Liberation Day”-Zölle mit der Vorverlegung ihrer Importe aus China begonnen hatten, während 25 % sogar noch proaktiver vorgingen und bereits vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2024 mit der Vorverlegung begannen. Nach dem „Liberation Day” gaben 62 % der US-Unternehmen an, dass sie nach alternativen Versandwegen suchen würden, um die Zollkosten zu senken.
Viele Unternehmen stellen außerdem auf die Incoterms „Delivered Duty Paid“ (DDP) um und geben damit die Verantwortung für die Logistik und die Kosten (einschließlich der Zollabfertigung) der Sendungen an die Verkäufer zurück, die damit die volle Kontrolle über die zollbezogenen Risiken übernehmen. Darüber hinaus gaben 59 % der Unternehmen an, dass sie nun Preisklauseln in ihre Verträge aufnehmen, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern.
Unternehmen, die Zölle abfedern und ihre Widerstandsfähigkeit stärken möchten, sollten eine Lieferkettenstrategie in Betracht ziehen, die folgende Faktoren kombiniert: Vorziehen, Umleiten und Preisanpassungen. Szenarioplanung und Stresstests können dabei helfen, die Auswirkungen neuer Zölle und regulatorischer Änderungen auf die Versandkosten in der Zukunft zu modellieren. Entdecken Sie, wie die versicherungsgestützten Bürgschaftslösungen von Allianz Trade Unternehmen die Flexibilität und Zuverlässigkeit bieten, die sie für ihren Erfolg benötigen.
5. Diversifizieren Sie Ihre Märkte und Lieferanten
Da die USA und China ihre Volkswirtschaften entflechten, werden sich die globalen Handelsströme wahrscheinlich neu ausrichten. Die Umfrage zeigt, dass ein Drittel der Unternehmen bereits diversifiziert – also nach neuen Märkten für den Export und neue Lieferanten sucht – und fast zwei Drittel planen, dies zu tun. In den USA konzentrieren sich die Unternehmen laut Umfrage stärker auf Westeuropa und Südamerika, während sich Exporteure in China aus den USA zurückziehen, um ihre Handelsbeziehungen zu Europa und Südostasien zu stärken. Diese Regionen bieten nun neue Chancen für Exporteure weltweit.
Ausblick
Unternehmen, die 2026 weltweit expandieren wollen, müssen sich mit erheblichen Unsicherheiten auseinandersetzen. Die Ergebnisse der Allianz Trade Global Survey 2025 zeichnen ein turbulentes Umfeld für den internationalen Handel. Dennoch gibt es Chancen, und im kommenden Jahr werden vor allem Unternehmen erfolgreich exportieren, die strategisch planen, sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen und effektiv diversifizieren. Wenn Sie proaktiv statt reaktiv handeln, können Sie Zollturbulenzen gelassen begegnen und die Volatilität des internationalen Handels zu Ihrem Vorteil nutzen.
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