Die Gewährung von Lieferantenkrediten – auch „ Warenkredite“ oder „Händlerkredite“ genannt – gehört in einigen Branchen zur gängigen Praxis. Vor allem im Bauwesen sind sie weit verbreitet. Sowohl für Lieferanten, als auch für Kunden gibt es dabei einige wichtige Punkte zu bedenken, die wir Ihnen in diesem Artikel kompakt zusammengefasst haben.

Inhalt

  • Mit einem Lieferantenkredit können Unternehmen ihren Kunden eine Zahlungsfrist für die Begleichung einer Rechnung setzen.
  • In der Regel wird bei einer Zahlung vor dem vereinbarten Fristende Skonto gewährt.
  • Eine Warenkreditversicherung schützt Lieferanten vor dem finanziellen Risiko eines Zahlungsausfalls bei der Gewährung eines Lieferantenkredits.

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Zu Beginn klären wir die Frage, was genau hinter dem Begriff „Lieferantenkredit“ steckt. Es handelt sich dabei nicht um einen Kredit im herkömmlichen Sinne, bei dem ein Darlehen in Anspruch genommen und in der Folge mit Kreditraten beglichen wird. Vielmehr ist ein Lieferantenkredit eine Form der Stundung: Ein Kunde erhält die Ware, darf die Rechnung aber erst später begleichen. Der Lieferant legt hierfür ein Zahlungsziel fest, das Bestandteil des Kaufvertrages ist. Wird die Zahlung vor Ablauf dieser Frist getätigt, ist von Seiten des Lieferanten die Einräumung von „Skonto“ üblich: ein Preisnachlass in Höhe von drei bis fünf Prozent auf den Gesamtbetrag. Erfolgt die Zahlung nach Ablauf der Frist, muss der ursprünglich veranschlagte Betrag beglichen werden. Zudem kann der Lieferant zusätzliche Kosten in Form von Verzugszinsen erheben. Generell kann ein Lieferantenkredit nur gewährt werden, wenn der Kunde unbar bezahlen möchte.
Grundsätzlich gibt es dafür keine gesetzlichen Vorgaben. Lieferant und Kunde können frei darüber verhandeln, in welchem Zeitraum die Rechnung zu begleichen ist. In der Regel liegt dieser zwischen 14 und 30 Tagen. Es gibt aber auch Varianten für langfristige Lieferantenkredite, bei denen das Zahlungsziel mehr als 30 Tage beträgt. Diese kommen meist bei besonders wichtigen Kunden zum Einsatz, mit denen eine längere, vertrauensvolle Geschäftsverbindung besteht.

Beide Seiten – Lieferant wie Kunde – profitieren bei dieser Art der Zahlungsvereinbarung von wichtigen Vorteilen:

  • Kunden erhalten dadurch einen größeren finanziellen Spielraum – vor allem
    kleinere Investitionen sind einfacher möglich.
  • Insbesondere für Start-ups sind Lieferantenkredite sehr hilfreich, da bei ihnen oft noch keine anderweitigen Kreditmittel vorliegen. 
  • Lieferanten sichern sich den sogenannten „Eigentumsvorbehalt“ – die Ware gehört dem Kunden erst, wenn dieser sie bezahlt
  • Es muss kein gesonderter Vertrag dafür aufgesetzt werden.

Für den Lieferanten ist dabei wichtig, sich vorab ein klares Bild über die Bonität seitens des Kunden zu machen. Sprich: wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Rechnung auch tatsächlich beglichen wird. Wenn Sie sich als Unternehmen gegen dieses Risiko – also das Risiko unbezahlter Rechnungen – absichern möchten, ist eine Warenkreditversicherung meist das erste Mittel der Wahl. Hier erfahren Sie mehr über die Lösung von Allianz Trade in diesem Bereich.

Auf der anderen Seite sind Lieferantenkredite oft ein gutes Mittel, um mit neuen Kunden ins Geschäft zu kommen oder bestehende Geschäftsverbindungen weiter auszubauen. Diese beiden Faktoren – Bonitätsrisiko und Umsatzpotenzial – miteinander in Einklang zu bringen, ist eine der wichtigsten Aufgaben, die sich für Unternehmen aus der Gewährung von Lieferantenkrediten ergeben.

Nicht zu vergessen: das Thema „Cash Flow Management“. Ausstehende Forderungen belasten auch immer die Liquidität. Was es dabei für Unternehmen zu beachten gilt, haben wir Ihnen in diesem Artikel zum Thema Cashflow- und Forderungsmanagement zusammengefasst.

Andersherum sollte sich auch der Kunde darüber im Klaren sein, dass im Falle einer verspäteten Zahlung empfindliche Verzugszinsen erhoben werden können, die in der Regel über dem Zinsniveau von Kontokorrentkrediten liegen. Alle Alternativen – auch ein „normaler“ Kredit – sollten daher als Lösungsszenario miteinbezogen und bewertet werden.

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